Viele Konferenzmomente waren tief bewegend. Bürgermeister Vitali Bjelobrov etwa berichtete über das Leben in seiner Stadt Cherson, nur vier Kilometer von der Front entfernt. Wichtigstes Überlebenstool für die Bewohner*innen ist dort eine App, die Routen tödlicher russischer Drohnen zeigt.
Die ukrainische Friedensnobelpreisträgerin Olexandra Matwijtschuk, deren Anliegen es ist, die menschliche Dimension in die politischen Prozesse einzubringen, sprach von 80.000 dokumentierten russischen Kriegsverbrechen: „Wenn russische Truppen eine Gemeinde besetzen, beginnt ein richtiger Terror. Ziel sind häufig die Bürgermeister und engagierte Menschen“.
Gleichzeitig jedoch zeigten zahllose Beiträge des Tages, wie viel Resilienz und Hoffnung die Menschen in den ukrainischen Kommunen tagtäglich beweisen. Vitalij Bjelobrov zufolge bleibt es die Aufgabe der Kommunen, durchzuhalten und die Dienstleistungen für die noch in der Stadt lebenden Menschen und vor allem Kinder aufrechtzuerhalten. Ein kleiner Anteil der Ressourcen und Zeit sei dabei auf die Zukunft und den Wiederaufbau gerichtet: „Vielleicht ist es die Vision einer besseren Zukunft, die uns motiviert. Vielleicht werden unsere Erwartungen sogar übertroffen“, so Bjelobrov.