Herr Tögel, auf einer Skala von 1 bis 10: Wie stabil oder resilient würden Sie Ihre Partnerschaft mit Ambato einschätzen und warum? 10 stünde für „unerschütterlich – wir meistern alles, was da kommt“ und 1 für „äußerst wackelig und völlig unklar, wie lange das noch hält“.
Ich würde mal ins Blaue rein eine sieben vergeben. Ich halte unsere Partnerschaft für sehr stabil. Sie ist gut verankert. Trotzdem gibt es immer wieder auch Faktoren, die nicht oder nur schwer beeinflussbar sind. Ob das jetzt die Politik ist, die uns das Mandat gibt; die Haushaltslage, die gerade viele Kommunen beschäftigt und vielleicht dazu führt, dass manche Dinge nicht fortgeführt werden können; die Sicherheitslage vor Ort, die bedeuten kann, dass man nicht mehr reisen kann; oder ob es generell die Weltpolitik ist. Das alles sind Faktoren, die wir nur schwer beeinflussen können. Das Aus für die Partnerschaft wäre, wenn die Politik oder die Verwaltungsleitung sagen würde, wir wollen solch eine Partnerschaft nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer. Dann dürften wir nicht mehr weitermachen. Bei allem anderen, glaube ich, gibt es immer Wege.
Die SKEW hat jüngst eine Publikation mit Merkmalen resilienter kommunaler Partnerschaften veröffentlicht. Dort fallen Stichworte wie gleichberechtigte Partnerschaft, gemeinsame Projektarbeit oder auch Flexibilität. Lassen Sie uns ein bisschen dazu assoziieren. Was verbinden Sie mit den folgenden Aspekten?
Stichwort „Multiakteurspartnerschaft“
Das ist ein Stichwort, das unsere Partnerschaft ganz gut beschreibt, weil wir inzwischen viele Akteure in dieser Partnerschaft haben. Das hat sich im Laufe der Zeit so entwickelt. Es fängt mit unserer Stadtverwaltung an, also den Dezernent*innen, den Mitarbeiter*innen der einzelnen Fachbereiche. Dann haben wir das große Glück, in unmittelbarer Nähe zur Stadtverwaltung das ecuadorianische Honorarkonsulat zu haben. Das ist ein wichtiger Akteur. Außerdem haben wir mit der Deutsch-Ecuadorianischen Gesellschaft die Zivilgesellschaft dabei und mittlerweile auch Schulen, Hochschulen und Unternehmen. Alle haben auch ihre eigenen Verbindungen zu Akteuren in Ecuador und somit fußt unsere Partnerschaft wirklich auf mehreren Beinen.