Oberhausen – und nun auch die Stadt Gostivar in Nordmazedonien – stehen für eine Jugendbegegnung der größeren Art: Sie leben Europas größten internationalen Jugendaustausch auf lokaler Ebene – genannt MULTI. Für Oberhausen ist es eine langjährige Tradition. Für die junge Partnerschaft mit Gostivar der ideale Einstieg in eine vielfältige Zusammenarbeit.
Die Details
Seit 1992 findet in Oberhausen alle zwei Jahre die multilaterale Jugendbegegnung MULTI statt. Angefangen hat alles mit vier Partnerstädten und der Idee, bestehende Jugendaustausche zu bündeln. Über die Jahre ist ein vielseitiges Großprojekt daraus erwachsen: 200 bis 300 Jugendliche aus 14 Ländern reisen an, also weit über den Kreis der Partnerstädte Oberhausens hinaus. Rund 50 ehrenamtliche Organisator*innen sorgen für den organisatorischen Rahmen. Zahllose Kooperationen mit vielfältigsten Akteur*innen und Einrichtungen in der Kommune ermöglichen ein vielseitiges Programm aus Kulturveranstaltungen, Stadtspiel, Projekttagen, einem Sozialtag in sozialen Einrichtungen der Stadt, einem großen Halbzeitaustausch, einem Sommerfest und vielen weiteren kleineren Aktionen.
Die Koordination all dieser Fäden liegt im Büro für Interkultur, einer Stabstelle des Kulturdezernats, das die Internationalisierung und interkulturelle Öffnung der Stadt Oberhausen unterstützt. Eine der größten Aufgaben ist es dabei, Gastfamilien für die vielen anreisenden Jugendlichen zu gewinnen – ein Experiment, das alles zwei Jahre aufs Neue gelingt. Die Jugendbegegnung wird aus Eigenmitteln der Kommune sowie aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) finanziert.
Die Wirkungen von MULTI sind vielfältig: Mit ihren besonderen T-Shirts sind die vielen Jugendlichen weithin erkennbar und bringen internationales Flair in das Oberhausener Stadtbild. Die Jugendlichen selbst machen internationale und interkulturelle Erfahrungen, und nicht selten werden ganze Lebensläufe geprägt – vom Studium in China über langjährige Verbindungen zwischen Gastfamilien bis zur Eheschließung von Teilnehmer*innen. Die Stadt selbst versteht MULTI als ein Zeichen von Frieden und Solidarität, und zugleich als Alleinstellungsmerkmal, auf das sie zu Recht stolz ist.
Für die junge Partnerschaft mit Gostivar, die Oberhausen auf Anregung des Landes Nordrhein-Westfalen und der SKEW im Jahr 2023 aufnahm, war es ein niederschwelliger und unkomplizierter Start in die Zusammenarbeit. Jugendliche aus Gostivar konnten ohne viel Vorlauf in den Jugendaustausch aufgenommen werden, und bereits nach der zweiten MULTI organisierte Gostivar selbst eine der bilateralen Rückbegegnungen, die in den Zwischenjahren von den Partnerkommunen ausgetragen werden.
Die Partnerschaft
- besteht seit 2023 als Projektpartnerschaft.
- ist angebunden an den kommunalen Fachaustausch zwischen Nordrhein-Westfalen und Nordmazedonien im Rahmen der seit 2021 bestehenden Länderpartnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und der Republik Nordmazedonien.
- arbeitet neben dem Thema Jugend auch in den Bereichen Feuerwehr und Brandschutz zusammen. 2026 fand eine Hospitation von Feuerwehrleuten aus Gostivar bei der Feuerwehr Oberhausen statt. Ein Gegenbesuch ist bereits in Planung.