So berichtet es Olena Petriv, Leiterin des Referats für Internationale Beziehungen in Riwne. 21 Städtepartnerschaften hat die Stadt derzeit, viele davon mit polnischen Städten, aber auch mit Kommunen in Norwegen, Schweden, Bulgarien und weiteren Ländern. In Deutschland gehört neben dem Hauptstadtbezirk Pankow auch Essen dazu. In der Ukraine selbst sind es mit Sjewjerodonezk, Charkiw und Kupjansk Städte im Osten der Ukraine, nahe bzw. auch hinter der Front – so die bittere Kriegsbilanz. Auch diese Kommunen unterstützen sich gegenseitig. Seit Kriegsbeginn hat Riwne 25.000 Binnengeflüchtete aufgenommen. Inoffizielle Angaben lauten sogar auf über 50.000 Menschen.
Olena Petriv zufolge hat jede der Partnerschaften ihren eigenen Schwerpunkt und an manchen Stellen ergeben sich auch Dreiecksprojekte. Dies allerdings erfordert viel Koordination, die in Riwne von nur zwei Kolleginnen geleistet wird. Sie pflegen den Austausch zwischen den Verwaltungen und geben einzelnen Stakeholdern innerhalb der Partnerschaften wie zum Beispiel Schulen Starthilfe bei der Zusammenarbeit.
Wichtig ist Olena Petriv, dass die Partnerkommunen ein klares Bild von der Situation in Riwne haben und sie lädt ein, sich dieses vor Ort selbst zu verschaffen. Etwa die Hälfte der Stadtspitzen der 21 Partnerkommunen hat Riwne bereits besucht, auch die Bürgermeisterin von Pankow. Auf die Frage, was diese verstanden haben sollten, damit die Partnerschaft gelingt, antwortet Olena Petriv: „Von uns kann man viel lernen. Wir hoffen, dass ihr das nie brauchen werdet, aber wir haben viel Erfahrung und Wissen darüber, wie man im Ausnahmezustand lebt.“ Dabei verweist sie zum Beispiel auf Partnerschaften zwischen Kliniken, in denen Ärzte voneinander lernen und sich etwa bei komplizierten Operationen online beraten. Das Wichtigste jedoch sei der menschliche Kontakt in den Partnerschaften und die Verbundenheit.