Die Stadt Mannheim hat nachhaltige Beschaffung in verschiedenen Dokumenten festgeschrieben.
Leitbild
Den großen strategischen Rahmen bildet zunächst das Leitbild Mannheim 2030, verabschiedet im Jahr 2019. In Ziel 7 des Dokuments bekennt sich die Stadt klar zu fairem Handel, verantwortungsvollem Konsum und auch zu globaler Zusammenarbeit. Alle Ziele bilden sich dabei auch im städtischen Haushalt ab und Entwicklungen werden anhand von sogenannter TOP-Kennzahlen nachgehalten. Für den nachhaltigen Konsum erhebt die Stadt in einer jährlichen Befragung den Anteil der Mannheimer Bürger*innen, die regelmäßig Bio-Lebensmittel und – wo immer möglich – ausschließlich oder überwiegend Produkte aus fairem Handel kaufen. Seit 2023 gibt es zudem die TOP-Kennzahl „kommunale Ausgaben für nachhaltige Beschaffung“, die Orientierungsmarker in Bezug auf den Einkauf der Kommunalverwaltung gibt. Erhoben werden die Daten zunächst für alle Beschaffungen ab einer Wertgrenze von 20.000 Euro. Sollte sich das Instrument als aussagekräftig erweisen, ist eine Ausweitung angedacht.
Handlungskonzept Kommunale Entwicklungspolitik
Im Jahr 2021 hat die Stadt Ziel 7 des Leitbilds in einem eigenen Handlungskonzept konkretisiert. Es dekliniert die Handlungsfelder faire Beschaffung, verantwortungsvoller Konsum sowie kommunale Entwicklungszusammenarbeit & Globales Lernen aus und legt Strukturen fest, die die Umsetzung verantworten. Wichtig war es dabei, bestehendes Engagement und etablierte Gremien zu integrieren, aber auch, wo nötig, Neues aufzubauen. Zentrale Koordinationsaufgaben übernimmt nun der neu gebildete Runde Tisch Entwicklungspolitik. Dieser bringt Mitglieder der Gemeinderatsfraktionen, des Migrationsbeirats, Vertreter*innen der Stadtverwaltung und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen und hat ein gemeinsames Verständnis kommunaler Entwicklungspolitik erarbeitet.
Gesamtstrategie nachhaltige Beschaffung
Auf weiteren Ratsbeschluss hin wurden die formulierten Oberziele im Jahr 2022 schließlich konkret auf den Bereich der nachhaltigen Beschaffung heruntergebrochen. Auch hier ging es darum, das bisherige Engagement einzelner Dienststellen stärker zu koordinieren und damit nachhaltige Beschaffung zielgerichteter und effektiver umzusetzen. Kern der Strategie ist ein Neun-Punkte-Plan, von dem einzelne Bausteine bereits umgesetzt wurden. Bei der Entwicklung der Gesamtstrategie nutzte Mannheim ein Beratungsangebot der SKEW.
Was wurde erreicht?
- Das strukturierte konzeptionelle Vorgehen hat bestehende Strukturen und bestehendes Engagement gebündelt und optimiert.
- Das eingeführte Monitoring macht Fortschritte sichtbar.
- Das partizipative Vorgehen – sowohl in Bezug auf die Stadtgesellschaft als auch auf die einzelnen städtischen Dienststellen – hat viele Akteur*innen ins Boot geholt.
Weitere strukturelle Anker
- Aller Strategiearbeit gingen in Mannheim entsprechende politische Beschlüsse des Gemeinderats voraus. Die Gesamtstrategie für nachhaltige Beschaffung etwa basierte auf einem Grundsatzbeschluss vom 27.07.2022, der festlegt, soziale und ökologische Kriterien in der städtischen Vergabepraxis von Waren- und Dienstleistungen künftig mit mindestens 30 Prozent zu gewichten. Dabei sollen, wo immer möglich, geeignete Gütezeichen und Zertifikate von den Bieter*innen als Nachweis verlangt werden.
- In 2022 wurde die Besondere Geschäftsanweisung für die Durchführung städtischer Veranstaltungen (BGA) angepasst. Ein Handlungsleitfaden macht verbindliche Vorgaben in Bezug auf ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement.