Neben diesen Themen bearbeiten die Partnerschaften zwischen Kommunen aus Deutschland und Subsahara-Afrika eine Vielzahl weiterer Aspekte von Wassermanagement. Es geht um Hochwasserschutz, Wasserqualität, Rückhaltesysteme und Wasserspeicherung, Wassergewinnung aus Niederschlag und vieles mehr.
In vielen Fällen setzen die Kommunen gemeinsam Mikroprojekte um, die sich auf die Verbesserung der aktuellen Wasserversorgungslage konzentrieren und damit die Lebensqualität von Menschen akut verbessern. Diskutiert wurde in Gießen jedoch auch die Frage, wie kommunale Partnerschaften verstärkt zu nachhaltigen und umfassenderen Lösungen für lokale Wasserfragen beitragen können. Dies kann bedeuten, Mikroprojekte auszuweiten (scaling up), genossenschaftliche Lösungen für lokales Wassermanagement zu unterstützen oder auch Ownership für aufgebaute Infrastruktur – und noch besser für die Gesamtsituation – zu unterstützen.
Betont wurde auf der Konferenz, dass lokale Gemeinden nicht isoliert existieren und agieren können. Sie sind in regionale oder nationale Strukturen eingebettet und an Gesetze und Regulierungen gebunden. Wichtig sind also solide Ausgangsanalysen, die nicht nur die ökologischen, sondern auch politische Gegebenheiten einbeziehen. Beachtet werden müssen zudem soziale Strukturen in der Kommune sowie kulturelle Faktoren. Bisweilen stoßen kommunale Partnerschaften an dieser Stelle auch an Grenzen, insbesondere wenn überregionale oder nationale Behörden einbezogen werden müssen.
Einig waren sich die Teilnehmer*innen der Partnerschaftskonferenz über eines: Der Blick von außen und das strategische Mitdenken der Gesamtsituation, das die Partner*innen einander anbieten, ist immer eine Unterstützung. Dies gilt für afrikanische und deutsche Kommunen gleichermaßen.