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Faire Beschaffung von Arbeitskleidung - "Die Stadtreiniger" Würzburg

Projektstammdaten

Kommune Würzburg
PLZ 97070
Amt / Abteilung Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Standortmarketing
Bundesland Bayern
Körperschaftstyp Stadt, kreisfrei
Einwohnerzahl 127243
Produkt Textilien
Zielgruppe Verwaltung/Politik
Instrument Beschluss
Zeitraum Projektablauf seit November 2012 - fortlaufend
Projektpartner Weltladen, Die Stadtreiniger (Christian Strohalm, Jürgen Schitt, Klaus Stumpf), Agenda-Büro / Claudius Stanke

Projektbeschreibung

Der Eigenbetrieb „die Stadtreiniger“ der Stadt Würzburg stellt den Mitarbeitern der Abfalldienste, Straßenreinigung und vom Fuhrpark Arbeitskleidung zur Verfügung. Nachdem im November 2012 schon auf fair gehandelte T-Shirts umgestellt wurde, soll nun schrittweise die weitere Arbeitskleidung nach ökologischen und sozialen Standards eingekauft werden. Bei der Suche und Auswahl von geeigneten Kleidungsstücken werden die Mitarbeiter der Initiative Weltladen Würzburg e.V. und der lokalen Agenda 21 eingebunden. Das Projekt wurde 2015 mit einem Sonderpreis im Rahmen des Bundeswettbewerbs HdfH ausgezeichnet.

Projektziele

Beschaffung von fair-gehandelter Arbeitskleidung für Mitarbeiter des Fuhrparks (blaue Arbeitskleidung) und der Abfalldienste sowie der Straßenreinigung (jeweils in orange).

Positive Auswirkungen / Haupthemmnis

Der Eigenbetrieb "Die Stadtreiniger" der Stadt Würzburg beschäftigt ca. 280 Mitarbeiterlnnen und stellt den Kollegen von Fuhrpark und Werkstätten (85 MA) blaue und den Mitarbeiterlnnen der Abfalldienste (90 MA) und der Straßenreinigung (85 MA) orangefarbene Arbeitskleidung zur Verfügung. Das Beschaffungswesen der Stadtreiniger begann im Januar 2013 mit der Suche nach geeigneten Anbietern für fair produzierte Arbeitskleidung. Die Umstellung geschah stufenweise. ln einem ersten Schritt sollten zunächst fair gehandelte Bundhosen, Latzhosen und Arbeitsjacken für Fuhrpark und Werkstatt beschafft werden. Anschließend war die Umstellung der Arbeitskleidung von konventionell auf fair für Abfalldienste und Straßenreinigung vorgesehen. Schon seit November 2012 werden T-Shirts des Herstellers b&c, der Mitglied in der FAIR-WEAR-FOUNDAION ist, für die Mitarbeiterlnnen beschafft. Die Schwierigkeit bei der Beschaffung der Textilien lag darin, dass die Arbeitskleidung bestimmte Sicherheits- und Arbeitsvorschriften erfüllen muss (z.B. Warnwirkung der orangefarbenen Arbeitskleidung nach EN lSO 20 471). Zudem werden alle Textilien in allen Größen von klein-untersetzt bis lang benötigt. Zusätzlich erschwert wurde die Suche nach geeigneter Kleidung durch die Vielzahl an Labeln, Siegeln und Zertifikaten, die faire Arbeitsbedingungen und Produktionswege versprechen. Daher wurde erstmals eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Betriebsleiter der Stadtreiniger, dem zuständigen Mitarbeiter für die Beschaffung, elnem Mitarbeiter des Agenda 2l-Büros der Stadt Würzburg und einem Mitarbeiter des Weltladen Würzburg, ins Leben gerufen, welche die Kriterien für die folgenden Ausschreibungen festgelegt hat. Es wurde entschieden, dass nur Kleidung beschafft wird, die das Fairtrade-Siegel trägt oder von einem Unternehmen hergestellt wird, das der FAIR-WEAR-FOUNDATON angehört. Erfolge: Seit Juli 2014 sind die Mitarbeiter des Fuhrparks und der Werkstatt mit blauen Latz- und Bundhosen sowie Bundjacken ausgestattet, die von der Firma b+p, Mitglied der FAIR-WEAR-FOUNDATION, bezogen werden. Seit Herbst 2014 stehen den Fahrern des Fuhrpark sowie den Mitarbeiterlnnen von Abfalldiensten und Straßenreinigung Softshell-Jacken der Marke hydro-wear, Mitglied der FAIR-WEAR-FOUNDATI0N, zur Verfügung. Seit Mai 2015 erhalten die Beschäftigten von Abfalldiensten und Straßenreinigung orangefarbene Bund- und Latzhosen der Marke hydro-wear. ln einem letzten Schritt konnten inzwischen auch kurze Hosen in orange von hydro-wear und in Blau von b+p beschafft werden. Somit ist die Umstellung auf fair-produzierte Arbeitskleidung vorerst abgeschlossen. Höhere Zufriedenheit der Beschäftigten mit der Arbeitskleidung wegen der Einführung von Bundhosen und der besseren Qualität der neuen Artikel. Vor der Umstellung wurden durchschnittlich 40.000 € im Jahr für Dienstkleidung ausgegeben - Nach der Umstellung auf FAIR-WEAR-Kleidung werden jährliche Kosten von ca. 50.000 € erwartet. lm Oktober 2014 wurden "Die Stadtreiniger" unter anderem durch die Einreichung der Beschaffung von fairer Arbeitskleidung als best practice mit dem CSR-Gütesiegel des CEEP (Europäischer Verband der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen) ausgezeichnet. Positive Auswirkungen/Erfolge für die Projektpartner: Intensive Recherchen und eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten für fairen Handel und den Beschaffern der Stadtreiniger haben dazu geführt, dass verschiedene Anbieter für faire Arbeitskleidung gefunden werden konnten. Dabei konnten sowohl die Vorgaben für die Produktion der Ware nach fairen Gesichtspunkten als auch die Vorgaben für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz eingehalten werden. Die Zusammenarbeit von Beschaffern der Stadt Würzburg und Mitarbeitern des Weltladen Würzburg war ein Novum. Erstmals war bei der Beschaffung von Arbeitskleidung eine faire Produktionsweise zentrales Kriterium. Antwort Thomas Mitschke, Weltladen Würzburg: "Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit den Mitarbeitern des Beschaffungswesen und der Betriebsleitung der Stadtreiniger war eine positive und interessante Erfahrung. Hervorragend war dabei auch die Vernetzung über das Agenda 21 -Büro der Stadt. Wir erhoffen uns durch die positiven Erfahrungen und die gelungene Umsetzung Multiplikationseffekte für andere Dienststellen und Ämter in der Stadt Würzburg sowie für weitere Kommunen in Bayern und darüber hinaus. Sehr positiv zu bewerten ist auch die Auseinandersetzung der Zuständigen im Beschaffungswesen mit Kriterien und Vorteilen sozial- und umweltverträglich produzierter Produkte (Bewusstseinsbildung). Wir, die Initiative Weltladen Würzburg e.V. konnte durch die Teilnahme an diesem Projekt viel Knowhow zu Kriterien und Anbietern fairer Berufsbekleidung sammeln, das wir gerne weitergeben." Was war das Haupthemmnis um das Projekt umzusetzen und wie wurde es überwunden? Da der Markt für fair gehandelte Arbeitskleidung noch nicht sehr groß ist, waren die Recherchen nach geeigneten Anbietern sehr aufwändig. Die Masse an vorhandenen Labeln und Zertifikaten hat zudem die Recherchetätigkeiten noch erhöht und erschwert, da nicht immer gleich ersichtlich war und ist, wie zuverlässig und glaubwürdig die Angaben und Beschreibungen der Unternehmen sind. Durch die Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Agenda 21 und des Weltladen Würzburg konnten Kriterien festgelegt werden, die bei der weiteren Suche und Ausschreibung hilfreich waren. Besonders bei der orangefarbenen Arbeitskleidung, die mindestens einen Warnschutz der Kategorie 2 erfüllen muss, war es schwierig, geeignete Anbieter zu finden. Die ersten Preislisten und Angebote führten zu einer Preissteigerung um das 2-4 fache im Vergleich zu den bisherigen Hosen und Jacken. Daher wurde die Beschaffung der orangefarbenen Arbeitskleidung zunächst zurückgestellt, um nach der Einführung der fairen blauen Arbeitskleidung nochmals eine intensive Markterkundung durchführen zu können.

Finanzierungspartner

Kommune 100 %

Ansprechpartner

Name Christian Strohalm
Funktion Die Stadtreiniger
Telefon
Email keine
Website https://www.wuerzburg.de

Projekt Links